WISSENSGRUNDLAGEN – KERAMIK & PORZELLAN
Geschichte und Erkennungsmerkmale des europäischen Stils
Keramik und Porzellan zählen zu den ältesten und vielseitigsten Materialgruppen in der Sammlerwelt. Europa blickt auf eine reiche Keramiktradition zurück, die von grobem Steingut und Majolika bis hin zu feinem Porzellan aus Meißen, Sèvres, Wien und den Niederlanden reicht.
Dieser Leitfaden bietet einen Überblick über Materialien, Stile, Glasuren und Erkennungsmerkmale, um Keramik und Porzellan besser datieren und beurteilen zu können.
1. Materialien: Worin besteht der Unterschied?
Keramik
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porös
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niedrige Backtemperatur
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oft mit Blei- oder Zinnglasur überzogen
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typisch für die Niederlande, Belgien, Deutschland
Steingut
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sehr schwer
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hohe Hitze
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oft Salzglasur
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für Haushalts- und Lagerzwecke verwendet
Porzellan
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hart, weiß und durchscheinend
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hohe Backtemperatur
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Feinwandstärke
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oft reich verziert
Porzellan ist das schönste und hochwertigste Material in der Keramikherstellung.
2. Wichtige europäische Stilepochen
18. Jahrhundert – Rokoko & Barock
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anmutige Formen
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viele Locken und Asymmetrie
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sanfte Pastelltöne
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einflussreich in Sèvres, Meißen, Wien
19. Jahrhundert – Neostil
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Neugotik, Neo-Rokoko, Neoklassizismus
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wiederkehrende historische Ornamente
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sehr beliebt bei dekorativem Porzellan
Jugendstil (1890–1915)
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fließende Linien
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Naturmotive
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organische Dekoration
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typisch für Keramik aus Frankreich, Deutschland und Österreich
Art Deco (1920–1940)
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geometrische Formen
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starke Kontraste
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moderne Farben
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gängiger Stil in niederländischen und deutschen Keramikfabriken
Mitte des Jahrhunderts (1950–1970)
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schlanke Formen
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matte Glasuren
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experimentelle Farbtechniken
3. Gemeinsame europäische Produktionsregionen
Deutschland
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Meißen
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Bayerisches Porzellan
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Westerwald Steinzeug
Frankreich
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Sèvres
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Limoges
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regionale Majolika
Die Niederlande
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Delfter Blau (Zinnglasur)
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Töpfereien (Gouda, Arnheim)
England
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Wedgwood
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Staffordshire
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Steingut und Jaspisware
4. Dekorations- und Glasurtechniken
1. Zinnglasur (Fayence)
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weiße, undurchsichtige Glasur
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oft handbemalte Dekoration
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typisch für Delfter Ware
2. Unterglasur- und Aufglasurdekoration
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Unterglasur ist haltbarer
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Überglasur verleiht sattere Farben
3. Transferdruck
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eingeführt im 18. Jahrhundert
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Entwürfe mittels Kupferplatte oder Lithografie
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charakteristisch für englische Keramik
4. Handbemalung
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erkennbar an kleinen Variationen
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oft steigenden Wert
5. Anerkennung und Bewertung
Marken und Stempel
Porzellanfabriken verwendeten Kennzeichnungen wie:
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Schwertmarkierung (Meissen)
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FL-Kennzeichnung (Limoges)
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Kronenmarkierungen (Bayern, Capodimonte)
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Buchstaben, Zahlen oder Studiocodes
Zustand des Objekts
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Chips, Glasurrisse oder Craquelé
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Übermalung / Restaurierungen
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Haarrisse (Haarrisse)
Seltenheit
Einzigartige Formen, besondere Verzierungen und frühe Produktionsjahre steigern den Wert.
Warum Keramik und Porzellan weiterhin beliebt sind
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hoher Dekorationswert
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wunderschöne Glasuren und Maltechniken
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reiche europäische Geschichte
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Geeignet sowohl für Sammler als auch für Innenarchitekten
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